Angelberichte

Oktober 2013

Auf Wolfsbarsche in Zeeland

Auch dieses Jahr hat es meine Familie und mich wieder für zehn Tage an die Ufer der Ooster- und Westerschelde verschlagen. Untergebracht waren wir diesmal in einem kleinem Mobilehome auf einem Campingplatz an der Oosterschelde, von wo aus die Hotspots an der Oosterschelde schnell erreichbar waren. Jetzt im Herbst sollte die beste Zeit im Jahr für kapitale Wolfsbarsche sein, in der Dämmerung und auch tagsüber bei bedecktem Wetter. Doch der Wettergott meinte es zu gut mit mir. Zur Freude meiner Familie hatten wir, bis auf einen Tag, fast 20 Grad und eitlen Sonnenschein. Das Nordseewasser hatte mit 16-17 Grad beinahe sommerliche Temperaturen. Also beschränkte ich meine Angelaktivitäten hauptsächlich auf den familienfreundlichen frühen Morgen. Bei unseren Ausflügen an die Strände von Westkapelle und Zoutelande konnte ich es mir doch nicht verkneifen in die Wathose zu Steigen und ein paar Würfe zu machen. Bei starkem schräg ablandigem Wind und klarem Wasser stieg kurz vor meinen Füßen mein erster Seebass auf einen naturfarbenen Maxrap ein. Nach kurzem, aber intensivem Drill an der neuen Rute, hatte ich ihn erfolgreich gestrandet.

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Wolfsbarsch 62cm, 2,2kg

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Wie ihr auf den Photos erkennen könnt, war er sehr mager, die Schwanzflosse war beschädigt und das linke Auge war blind. Beim Hakenlösen entdeckte ich Reste einer Buttangelmontage im Schlund des Fisches.

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Da wo die Wellen brechen rauben die Wolfsbarsche

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An die Pfahlbunenspitze müßen die Wobbler raus

Die Strände der Westerschelde sind ideal um mit der Familie fischen zu gehen. In den Standcafes kann man zu erschwinglichen Preisen etwas Essen und Trinken und notfalls bei Regen Unterschlupf finden. ( Tip: der selbstgemachte Apfelkuchen im De Branding in Zoutelande schmeckt perfekt )

An der Oosterschelde war ich meistens frühmorgends aktiv. Vor Sonnenaufgang waren die Meeräschen lästig, die immer für Außenhakenung am Rücken sorgten. Zum Schluß schlug ich nicht einmal mehr an, wenn ich das typische Rucken in der Rutenspitze spürte. Trotzdem habe ich um diese Zeit, bei Sonnenaufgang und kurz danach, die meisten Wolfsbarsche in der Schelde gefangen. Sie waren nicht die allergrößten, so um die 40 cm, lieferten aber einen spritzigen Drill und es waren oft große Schwärme. An einem Morgen paßte alles, Wobblerfarbe, Wasserstand, Licht und jeder Wurf war ein Biß ( Micha, nimm auf ). Leider war kein Micha da, der das auf Video gebannt hat. So schnell das Massenbeißen begann war es auch bei etwas höherem Sonnenstand schon wieder vorbei. Alle Tricks halfen nichts.

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Meeräsche

Es gab aber auch Überraschungen an der Oosterschelde. Eine vermeintliche Meeräschenhakung im Dunkeln entpuppte sich im Schein der Stirnlampe als ordentlicher Wolfsbarsch. Kurz darauf hatte sich noch ein kleiner Wittling an meinen Wobbler verirrt. Den wollte der Barsch woll eigentlich fressen.

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Wolfsbarsch 55cm, 2,1kg

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kleiner Wittling

Zeeland eignet sich wunderbar um Angel- und Familienurlaub miteinander zu verknüpfen. Im Angelladen in Colijnsplaat erhaltet ihr alle Infos welche Köder und welche Spots zur Zeit erfolgsversprechend sind.
Alle nötigen Infos zum Wolfsbarschfischen findet ihr auf www.wolfsbarsch.com

Vielleicht treffen wir uns nächstes Jahr in Zeeland

Andreas

Juni 2012

Wolfsbarschangeln in Holland

Mein Entschluß den Wolfsbarschen in der Nordsee mit der Spinnrute nach zu stellen, kam ganz spontan zu Stande. Unsere ursprüngliche Urlaubsplannug viel leider kurzfristig ins Wasser. Da ich mich über das Thema Wolfsbarschfischen zwecks Urlaub in der Türkei schon länger informiert hatte, fiel die Wahl auf Camping mit Familie in Südholland. An der Oosterschelde, einem Toprevier, fanden wir auch kurzfristig einen kinderfreundlichen Campingplatz, weil noch Nebensaison war. Am Sonntagmorgen ging es ganz früh los, und nach sieben Stunden Fahrt (Belgien`s Baustellen lassen Grüßen) waren wir endlich am Ziel. Jetzt nur noch schnell Hauszelt aufbauen, das fast zwanzig Jahre in der Garage geschlummert hatte und ab ans Wasser. Dort angekommen, es war gerade ablaufendes Wasser nach der Flut, die erste Überaschung. Das Wasser im Uferbereich war flach und von der Gezeitenströmmung stark eingetrübt. Wie sollte man hier mit Kunstköder was fangen? Trotzdem fischte ich mein ganzes Sortiment von Schockfarben bis natürlich und Grund bis Oberfläche konsequent durch. Außer einer Attacke eines kleineren Fisches an der Oberfläche, den ich aber nicht haken konnte, tat sich außer ein paar springenden Fischen nichts. Am nächsten Tag besuchte ich den lokalen Angelladen. Dort erfuhr ich, daß das Wasser für die Jahreszeit viel zu kalt war und die Wolfsbarsche, Makrelen und Hornhechte nur vereinzelt in die Schelde gezogen waren. Bessere Chancen hätte man an den Nordseestränden und am Gezeitenkraftwerk am Eingang der Oosterschelde. Ich konnte meine Frau überzeugen sogleich zum Scheldeeingang zu fahren, weil sich gleich daneben ein schöner Sandstrand mit Dünen befindet. Leider fing ich dort nur einen Sandaal auf Blinker. Keine Ahnung wie der die Fluke des zweier Drillings ins Maul bekommen hatte. Am Dienstag zog es mich dann an einen der Strände, die mit Pfahlbuhnen vor den Winterstürmen gesichert ist. Praktischerweise wollte meine Frau im dortigen Städtchen auf Shoppingtour gehen, blöderweise befanden sich die interesanten Buhnen mit einem schmalem Flachwasserbereich fast drei Kilometer außerhalb der Stadt und dort gab es keinen Zugang über die Dünen. Das Wetter versprach aber gute Bedingungen. Die Sonne wärmte das Oberflächenwasser und der mäßig starke auflandige Westwind schob es genau auf meinen Küstenbereich. Nach anstrengendem Marsch durch den Sand, kam ich pünktlich zwei Stunden vor Höhepunkt der Flut am Spot an. Zum Glück hatte ich ausreichend Getränke dabei. Die Situation dort war ähnlich wie innerhalb der Schelde. Das flache Wasser war durch die Wellen eingetrübt und das tiefere, klare Wasser konnte man auch durch Gewaltwürfe nicht erreichen. Zuerst teste ich einge Ködertypen, merkte aber schnell, daß bei diesem Wind und hüfttiefem Wasser nur flachlaufende Wobbler und sinkende Stickbaits präzise neben die Pfahlbuhnen zu werfen waren. Nach dem ich auf einen gelb-grünen Spöket einen Nachläufer hatte, entschied ich mich nur noch Firetiger-ähnliche Farben zu fischen. Und siehe da, an der nächsten Buhne hat es dann auf einen Max-Rap in 13cm voll geknallt in der Rute. Mein erster Nordsee-Wolfsbarsch bog die Rute mächtig durch und ich wußte sofort, das ist kein Kleiner. Im Drill war ich ständig bemüht, ihn von den Buhnen fern zu halten. Als er dann ein paar Minuten später am Strand lag, war ich überglücklich. Einen guten 60er hatte ich zum Fototermin überreden können. Hoch motiviert stürzte ich wieder in die Wellen, fing aber mehrere Buhnen lang nichts. Das Wasser war schon wieder am ablaufen und die optimale Angelzeit näherte sich dem Ende, als ich an eine kürzere Buhne kam. Hier konnte ich mit einem 28g-Spöket sogar den Buhnenkopf erreichen. Kaum hatte ich den Köder ein paar Meter an der Buhne entlang geführt, glaubte ich an einen Hänger. Die folgenden massiven Kopfschläge und die erste starke Flucht überzeugten mich jedoch schnell, daß ich es wieder mit einem Nordseewolf zu tun hatte. Auch diesen Fisch konnte ich nach einem spannenden Drill entlang der Buhne mit Hilfe der Wellen stranden. Er war mit 60cm etwas kleiner als der Erste, was meiner Freude jedoch keinen Abbruch tat. Nach dem mühsamen Rückweg göhnte ich mir an der ersten Strandbar ein eiskaltes Bier und ließ diesen perfekten Angeltag noch einmal revue passieren.

Nordsee ich komme wieder

Andreas Walker

mein Zielfisch

Ebbe

Flut

August 2008

Welsfischen im Rhein

Im August 08 hat mich das Welsfiber gepackt. Also nix wie los an den Rhein bei Karlsruhe, der laut Literatur auf diesem Abschnitt eines der besten Welsgewässer Deutschlands ist.Die rheinland-pfälzer Seite des Rheins kannte ich schon von meiner Ausbildungszeit, in der ich hauptsächlich auf Zander geangelt habe. Die Jahres- bzw. Wochen-Karten sind dort billig und man darf nach dortigem Fischereigesetz legal 24 Stunden fischen. Der lebendige Köderfisch ist, wie bei uns auch, verboten. Daher habe ich es vorwiegend mit der schweren Spinnrute mit grossen Blinkern, Wobbler und Gummifischen probiert. Zum Ansitzangeln sollte man wegen der Steinschüttung und der starken Strömung möglichst lange Ruten und Rollen mit grossem Schnureinzug verwenden. Als Köder habe ich Tauwurmbündel und Kalmartentackel verwendet. Ohne Auftriebskörper am Vorfach, muss man sich nachts mit Horden von Babywelsen herum ärgern, die einem die Würmer von der Montage klauen. Von den Grossen war ausser einem, der vor meinen Augen einen Trupp Lauben weggesaugt hat, leider nichts zu sehen.Im Rhein gibt es ausser den Welsen noch grosse Bestände an Brachsen und Barben. Für Raubfischspezis sind, neben Barsch, Zander und Hecht, die kapitalen Rapfen interessant.Im nächsten April werde ich wieder angreifen. Dann sind die Welse in der Laichaufbauphase und fressen am meisten. Wer Lust auf ein verlängertes Wels-Wochenende hat, soll sich mittwochs oder donnerstags bei mir im Laden melden.

bis demnächst im Shop
Andreas Walker

Mai 2009

Start in die neue Raubfischsaison geglückt !!

Zusammen mit Oli, Matze und unserem japanischen Freund Onota ging es am 01.Mai an einen der zahlreichen Baggerseen in Ulm Elchingen zum Spinnfischen.

Oli, Matze und Onota waren zusammen auf einem Ruderkahn, ich dagegen stieg ins Bellyboot.

Wir versuchten unser Glück mit Jerkbaits, Wobbler und Gummifisch. Nach zähem Start gingen dann doch etliche Fische ans Band.

Oli, Matze und Onota fingen zusammen 11 meist kleinere Hechte, 2 schöne Zander um 70 cm und eine große Regenbogenforelle mit 55 cm.

Bei mir im Bellyboot gingen insgesamt 14 Fische an den Haken. Darunter 13 Hechte, die größten Exemplare waren 74 und 87 cm lang, sowie eine schöne Regenbogenforelle mit 52 cm.

Gefangen wurde mit allen Farben sowohl mit Gummi als auch mit Jerkbaits.

Bei mir am erfolgreichsten waren Profiblinker-Gummifische der Größe G (12 cm) sowie

der Renowski-Barsch in grünglitter. Meine Forelle ging an einen Gummi-Fisch von

Profiblinker der Göße C (5 cm) mit Bachforellendesign. Bei meinen Angelkollegen taten sich

vorallem die Jerkbaits von Pike-Time hervor.

Wenn man die Fehlbisse, Nachläufer und Aussteiger (Oli hatte am Jerkbait noch eine dicke Hechtmama verloren) war der Tag nur schwierig zu toppen. Auch weitere Petrijünger auf

dem See waren erfolgreich. Zumindest sah ich 2 weitere Forellen, 1 Zander und ein paar kleine Hechte die von anderen Anglern erbeutet wurden.

Nach diesem Start kann die Raubfischsaison so weitergehen. Ich jedenfalls freue mich auf unseren Ausflug in den Schwedischen Schärengarten Mitte Mai. Dort wollen wir den zahlreichen Hechten und Barschen nachstellen.

Viel Glück und viel Petri Heil 2009 wünscht auch Euch

Ralf Malenke

August 2009

Kurzurlaub am Po

Um endlich meinen ersten Wels zu fangen, war ich mit Andreas Zimmermann eine Woche am Po in der Lombardei. Abends um 23 Uhr gings los, das Auto bis unters Dach voll geladen. Nachdem wir viel zu bald dort waren und mit südländischer Gelassenheit auf Angellizenzen und Boot gewartet hatten, gings endlich los mit Köfis fangen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatten wir endlich ein paar große Karauschen gefangen. Und los gings, Angelplatz suchen. Durch Zufall entdeckten wir einen zugewachsenen Altarmzugang. Der bei Hochwasser riesige Altarm erwies sich im Laufe der Woche als absoluter Hotspot. Alle Fische dort erreichten XXL-Ausmaße. Unsere Köderfische waren Karauschen mit standardmäßigen 1,5 kg. Kleinere haben wir einfach nicht gefangen. Klasse Kämpfer an der Feederrute. Große Karpfen waren Beifang. Aber wir wollten ja Welse fangen. Dazu haben wir uns mit dem Mietboot vom Wind in brüllender Hitze über den Altarm treiben lassen. Hinter dem Boot schleppten wir Feststellschwimmer mit Einfachhaken+Drilling am Vorfach aus 1mm dickem Kevlar. Zu Beginn fing nur Andi Z., der schon 10 Jahre Welserfahrung hatte. Am ersten Tag gleich vier Stück so um die 1,20-1,40 m. Am zweiten Abend gleich der erste Höhepunkt, ein Wels mit 2,08 m von Andi Z. Ich hatte nur Fehlbisse oder Aussteiger. Aber dann, am Ende der Woche…holy shit …mein erster und dann gleich 2,30m. Wahrscheinlich der Fisch meines Lebens.
2 Tage später waren uns auf Grund des fast 30 Grad heißen Wassers an der Oberfläche alle Köfis beim Transport verendet. Als Alternative habe ich meine toten Köfis mit Tauwürmern garniert und zum Abschluß einen kleinen mit 1,35m und noch einen 2,20m langen Wels gefangen. Was will man mehr. Dafür habe ich gerne den Ganzkörpermuskelkater von den 2 Drills ( je ca. eine 1/2 Stunde voll Druck auf ner 400g-Rute) in kauf genommen. Insgesamt hatten wir in einer Woche 15 Welse, davon 3 über 2m gefangen. Wir hatten nur einen Tag ohne Fangerfolg.Eine unglaubliche Bilanz, selbst für den Po.

bin noch immer am träumen, wenn ich die Augen schließe

Andreas Walker

PS: auf den Bildern hab ich Welsschleim im Bart und der 2,20er hat mich nach dem releasen noch in den Unterschenkel gebissen…Welsangeln ist halt nix für Sissys

Oktober 2009

In Italien auf Wels, die Zweite

Angespornt von unseren Fängen im August, fuhren wir in den Herbstferien noch einmal an den Po. Während der Anfahrt und beim nächtlichen Bivyaufbau hat es geregnet. Am nächsten Morgen herrschte schönster Sonnenschein und das fast sommerliche Wetter hielt die ganze Woche. Das Wasser hatte sich aber schon auf 15 Grad abgekühlt, so daß die Welse nicht so richtig in Beißlaune waren. Wir hatten dadurch sehr, sehr viele Fehlbisse in dieser Woche. Auch die Karauschen waren nicht so leicht zu überlisten, wie im August.Trotzdem konnten wir zu dritt 9 Waller zu einem Fototermin überreden. Den Vogel schoß Robin ab, der zu ersten Mal Welsangeln war. Sein erster Waller maß 2,37m. Gratulation und willkommen im 2-Meter-Plus-Club.

nächstes Jahr fahren wir wieder an den Po

euer Andreas

November 2009

Street Fishing Berlin

Angeln mitten in der Großstadt? In Berlin kein Problem. Wir waren eine Woche an der Spree unterwegs, um Barsche und Zander zu fangen. Das Wetter war leider nicht ideal. Wind, Regen und Schnee bei Temperaturen um die 4 Grad. Tagsüber fingen wir nur Minibarsche und Babyzander. Bei Sonnenschein beissen die Barsche wesentlich besser, aber das Wetter kann man sich nicht aussuchen. Trotz den schlechten Bedingungen konnten wir in den Dämmerungsphasen 2 stramme Spree-Zander verhaften, die es wohl auf die Minibarsche abgesehen hatten.
Topstellen sind Außenkurven und die zahlreichen Brücken. Hier beginnen nach der sandigen Fahrrinne an der Scharkante Muschelbänke, die sich bis ans Ufer erstrecken. Die Muschelbänke befischt man am besten mit der Drop Shot Montage. So halten sich die Materialverluste in Grenzen.

Viel Spass in Berlin wünschen euch
Özlem + Andreas